Kununu Bewertung löschen lassen
Anonyme Kununu-Bewertungen sind nicht rechtsfrei. Als Kanzlei machen wir Ihren Anspruch auf Unterlassung gegenüber Kununu geltend – und setzen ihn, wenn das Portal nicht reagiert, gerichtlich durch – bei Bedarf auch im Eilverfahren. Grundlage ist der Klarnamen-Beschluss, den Rechtsanwalt Jan Meyer vor dem OLG Hamburg erstritten hat.
- Unterlassung durchsetzen – gegen die Plattform, nicht bloß eine Meldung
- Eilverfahren – gerichtlicher Druck per einstweiliger Verfügung
- OLG-Hamburg-Beschluss – zur Klarnamenpflicht (7 W 11/24)
- Anwaltliche Vertretung – vollständig und bundesweit
So geht es weiter
- Kostenfreies Erstgespräch mit einem unserer Experten. Wir klären, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.
- Anwaltliche Beratung durch Rechtsanwalt Jan Meyer, wenn es passt. Sie ist kostenpflichtig.
Wer entscheidet bei Ihnen über das Vorgehen?
Das Erstgespräch bringt am meisten, wenn die Person bucht, die entscheidet. Leiten Sie ihr diese Einschätzung weiter, der Link öffnet genau diese Antwort.
Setzt sich der Anspruch durch, muss die Bewertung weg. Anders als eine bloße Löschung bindet die Unterlassung das Portal, auch gegen kerngleiche Wiederholungen.
Anonyme Bewertungen sind kein rechtsfreier Raum. Wir setzen durch, dass die Plattform den Verfasser individualisiert, den behaupteten Geschäftskontakt also überprüfbar macht, oder den Eintrag entfernt.
Die Wahl liegt beim Portal: den Verfasser individualisieren oder den Eintrag entfernen.
Bei rechtswidrigen Einträgen setzen wir Ihren Unterlassungsanspruch durch, außergerichtlich und, wenn nötig, gerichtlich im Eilverfahren per einstweiliger Verfügung.
Setzt sich der Anspruch durch, muss die Bewertung weg. Das Eilverfahren kommt in Betracht, wenn es schnell gehen muss.
Kein Verkaufsgespräch, kein Verkaufsdruck. Sie sprechen direkt mit einem unserer Experten und bekommen eine ehrliche Einschätzung, was für Ihren Fall wirklich möglich ist.
Kurz gesagt
Vom Anwalt, der die Klarnamen-Rechtsprechung des OLG Hamburg gegen kununu erstritten hat (Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24).
Eine Kununu-Bewertung ist zu entfernen, wenn sie unwahre Tatsachenbehauptungen oder Schmähkritik enthält – oder wenn kein nachweisbarer Beschäftigungsbezug zum bewerteten Unternehmen besteht. Ein bloßes Wegmelden über das Kununu-Formular bringt aber selten dauerhaft Ruhe – so entfernte Bewertungen können wiederkehren. Nachhaltig ist die Durchsetzung des Unterlassungsanspruchs (§ 1004 BGB analog i. V. m. § 823 Abs. 1 BGB – Unternehmenspersönlichkeitsrecht; bei unwahren Tatsachen § 824 BGB): Ein Unterlassungstitel ist mit Ordnungsgeld bewehrt (§ 890 ZPO) und erfasst auch kerngleiche Wiederholungen.
Auf eine Rüge des Unternehmens muss das Portal dem Hinweis nachgehen (Melde- und Abhilfeverfahren nach Art. 16 DSA). Nach der Rechtsprechung des OLG Hamburg hat kununu den anonymen Verfasser dabei so zu individualisieren, dass sich der Beschäftigungsbezug überprüfen lässt – andernfalls ist die Bewertung zu entfernen.
So gehen Sie vor:
- Bewertung sichern – vollständiger Screenshot mit Datum und URL, bevor sich der Inhalt ändert.
- Inhalt einordnen – unwahre Tatsachenbehauptung, Schmähkritik oder fehlender Beschäftigungsbezug? Eine sachliche Meinung ist zulässig.
- Beim Portal rügen – bei fehlendem Beschäftigungsbezug die überprüfbare Individualisierung des Verfassers verlangen; legt kununu diese nicht dar, ist die Bewertung nach der Rechtsprechung des OLG Hamburg zu entfernen (Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24).
- Unterlassung durchsetzen statt nur melden – erst ein vollstreckbarer Unterlassungstitel (§ 890 ZPO) schützt dauerhaft vor der Rückkehr; die Wiederveröffentlichung löst dann Ordnungsgeld aus, auch bei kerngleichen Wiederholungen.
„…diese Rüge darf der Bewertete grundsätzlich so lange aufrechterhalten, bis ihm gegenüber der Bewerter so individualisiert wird, dass er das Vorliegen eines geschäftlichen Kontaktes überprüfen kann.“ — OLG Hamburg, Beschluss v. 08.02.2024, Az. 7 W 11/24 (von SterneAdvo erstritten)
„…ansonsten stünde der Betroffene, der geltend macht, nicht zu wissen, ob er überhaupt Kontakt zu dem Bewerter hatte, der Behauptung des Portalbetreibers, dies sei der Fall gewesen, wehrlos gegenüber.“ — OLG Hamburg, Beschluss v. 08.02.2024, Az. 7 W 11/24
„Zu einem abweichenden Beurteilungsmaßstab führt auch nicht der Umstand, dass es für den Betreiber eines Arbeitgeber-Bewertungsportals schwieriger sein mag, nach der Beanstandung einer Eintragung einzelne Bewerter dazu zu bewegen, sich zu erkennen zu geben, weil sie im Gegensatz zu Nutzern, die einmalige Geschäftskontakte wie einen Hotelaufenthalt, einen singulären Arztbesuch oder den Ankauf einer Ware bewertet haben, häufig befürchten werden, nach ihrer Kenntlichmachung Repressalien ihres negativ bewerteten Arbeitgebers ausgesetzt zu sein. Auch dies aber vermag nicht zu rechtfertigen, dass ein Arbeitgeber, der einer über das Internet verbreiteten Kritik einer Person, die behauptet, für ihn gearbeitet zu haben oder zu arbeiten, ausgesetzt wird, diese öffentliche Kritik hinnehmen muss, ohne die Möglichkeit zu erhalten, sie auf das Vorliegen einer tatsächlichen Grundlage zu prüfen und sich ggf. dazu in der Sache zu positionieren.“ — OLG Hamburg, Beschluss v. 08.02.2024, Az. 7 W 11/24
Rechtsstand: September 2026 · Beitrag von Rechtsanwalt Jan Meyer, SterneAdvo Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Rechtsanwalt Jan Meyer hat vor dem OLG Hamburg erwirkt, dass Bewertungsportale die Identität anonymer Verfasser offenlegen oder die Bewertung entfernen müssen – eine vielbeachtete obergerichtliche Entscheidung.
2026 rechtskräftig bestätigt Diese Rechtsprechung wurde in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt: LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025 (Az. 324 O 315/24). Die Berufung wurde vor dem OLG Hamburg (Az. 7 U 8/25) zurückgenommen – die Entscheidung ist damit unanfechtbar.
OLG Hamburg · Beschluss vom 08.02.2024 · Az. 7 W 11/24 →Kununu-Bewertungen sind anonym – aber nicht rechtsfrei. Behauptet ein angeblicher Mitarbeiter unwahre Tatsachen oder fehlt ein echter Beschäftigungsbezug, können Sie die Löschung verlangen. Die Plattform muss die Angaben auf Beanstandung hin überprüfen; hält sie einer Prüfung nicht stand, ist die Bewertung zu entfernen.
Wir lassen nicht nur löschen – wir setzen Ihr Recht durch.
Eine rechtswidrige Bewertung verschwindet nicht durch eine Meldung, sondern durch einen durchsetzbaren Anspruch. Als Kanzlei für Äußerungs- und Reputationsrecht machen wir Ihren Anspruch auf Unterlassung gegenüber der Plattform geltend – und setzen ihn, wenn das Portal nicht reagiert, gerichtlich durch – bei Bedarf auch im Eilverfahren.
- 1
Rechtliche Prüfung & Beweissicherung
Wir ordnen die Äußerung juristisch ein – unwahre Tatsachenbehauptung, Schmähkritik oder fehlender Geschäftskontakt – und sichern sie gerichtsfest.
- 2
Unterlassungsanspruch gegen die Plattform
Wir fordern Kununu anwaltlich zur Unterlassung und Entfernung auf – gestützt auch auf den von uns vor dem OLG Hamburg erstrittenen Beschluss zur Klarnamenpflicht.
- 3
Einstweilige Verfügung oder Klage
Weigert sich Kununu, setzen wir die Entfernung gerichtlich durch – häufig schnell im Eilverfahren per einstweiliger Verfügung.
Kununu-Bewertung löschen lassen: die 5 häufigsten Fehler
Wie helfen wir Ihnen beim Kununu-Bewertung löschen lassen?
- Erstgespräch zum Kennenlernen Im Erstgespräch klären wir, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.
- Juristische Löschaufforderung Wir formulieren ein anwaltliches Schreiben an Kununu und fordern die Löschung rechtlich fundiert ein.
- Schriftverkehr mit Kununu Wenn Kununu Rückfragen stellt, übernehmen wir die gesamte Kommunikation – bis zur Entscheidung.
- Kontrolle der Löschung Wir überprüfen, ob die Bewertung (inkl. Kommentare) vollständig entfernt wurde.
- Option auf weitergehende Maßnahmen Bei eskalierenden Fällen beraten wir Sie transparent zu möglichen Schritten gegen den Verfasser.
- Einfache Kommunikation – Bundesweite Vertretung Kontakt via E-Mail, Formular, Telefon oder Teams. Persönliche Termine vor Ort sind nicht erforderlich.
Bewertungen entscheiden – über Kunden und über Talente
der Verbraucher lesen Bewertungen, bevor sie sich für ein Unternehmen entscheiden.
Quelle: BrightLocal, Local Consumer Review Survey 2026ziehen Unternehmen mit nur wenigen Bewertungen gar nicht erst in Betracht.
Quelle: BrightLocal, Local Consumer Review Survey 2026der als negativ empfundenen Bewertungen sind bei näherer Prüfung unzutreffend.
Quelle: Händlerbund-Studie 2025lehnen eine Bewerbung bei schlechten Arbeitgeberbewertungen ab.
Quelle: Forschung und Wissen 2023Kununu-Rechtslage 2026: Was hat sich geändert?
Seit dem 13.07.2026 ist die von SterneAdvo gegen kununu erstrittene Entscheidung in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt (LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25): kununu muss anonyme Verfasser so individualisieren, dass das bewertete Unternehmen den Beschäftigungsbezug selbst überprüfen kann – oder die Bewertung entfernen (OLG Hamburg, Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24).
Die Entwicklung in drei Stationen:
- 08.02.2024 — OLG Hamburg, Beschluss im Eilverfahren (Az. 7 W 11/24): Rügt ein bewertetes Unternehmen, dass sich hinter einer anonymen Bewertung kein identifizierbarer Geschäftskontakt erkennen lässt, muss kununu den Verfasser so individualisieren, dass das Unternehmen den Beschäftigungsbezug selbst überprüfen kann – oder die Bewertung entfernen. Anonymisierte Nachweise des Portals genügen dafür nicht.
- 07.02.2025 — Weiteres Hauptsacheverfahren: LG Hamburg, Urteil (Az. 324 O 315/24): Das Landgericht Hamburg bestätigte diese Linie mit Urteil vom 07.02.2025 in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren und verurteilte kununu zur Unterlassung.
- 13.07.2026 — Rechtskraft: Nachdem das OLG Hamburg im Berufungsverfahren (Az. 7 U 8/25) mit Hinweisbeschluss vom 25.06.2026 die fehlenden Erfolgsaussichten der Berufung aufgezeigt hatte, nahm kununu die Berufung zurück. Das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 07.02.2025 ist damit rechtskräftig.
Warum das für Sie wichtig ist:
Der Einwand, aus Datenschutzgründen dürfe das Portal den Verfasser nicht individualisieren, wurde gerichtlich geprüft und zurückgewiesen – das Risiko der Anonymität trägt das Portal als Verbreiterin, nicht das bewertete Unternehmen. Die Grundsätze sind nicht auf kununu beschränkt, sondern gelten für Arbeitgeber-Bewertungsportale generell.
→ Hintergründe und Medienecho: Die OLG-Entscheidung im Detail · Unsere Erfolge · Presse
Wie können Sie eine kununu-Bewertung selbst löschen (lassen)?
Bevor wir über den anwaltlichen Weg sprechen: Ja, es gibt Wege der Selbsthilfe – und wir erklären sie Ihnen ehrlich und vollständig. Zwei Situationen sind zu unterscheiden: Sie haben die Bewertung selbst geschrieben und möchten sie entfernen, oder Sie sind das bewertete Unternehmen und möchten gegen eine fremde Bewertung vorgehen. Ebenso ehrlich benennen wir die Grenzen: Eine Meldung löst rechtlich zunächst nur die Prüfpflicht des Portals nach Art. 16 DSA aus – das Ergebnis ist häufig nur eine vorübergehende Entfernung.
Eigene kununu-Bewertung löschen (Sie sind der Verfasser)
Wer eine Bewertung selbst abgegeben hat, kann sie grundsätzlich selbst wieder entfernen:
1. Mit kununu-Konto: Melden Sie sich in dem Konto an, mit dem die Bewertung abgegeben wurde, rufen Sie den Bereich mit Ihren eigenen Beiträgen bzw. Bewertungen auf und löschen Sie die betreffende Bewertung dort.
- Ohne Zugriff auf das Konto (z. B. E-Mail-Adresse nicht mehr vorhanden): Wenden Sie sich an den kununu-Support und bitten Sie um Entfernung Ihres eigenen Beitrags. Halten Sie dafür die Angaben bereit, mit denen sich die Bewertung Ihnen zuordnen lässt.
- Prüfen Sie nach einigen Tagen, ob die Bewertung tatsächlich vollständig aus dem Profil verschwunden ist – einschließlich einer eventuell abgegebenen Gehalts- oder Kultur-Angabe.
*Hinweis: Diese Seite richtet sich an bewertete Unternehmen. Die Schritte oben sind eine rein technische Information für Verfasser, die ihren eigenen Beitrag zurückziehen möchten – eine rechtliche Beratung von Bewertungs-Verfassern bieten wir nicht an.*
Als Arbeitgeber eine Bewertung bei kununu melden – Schritt für Schritt
Als bewertetes Unternehmen können Sie eine Bewertung direkt bei kununu beanstanden:
1. Beweise sichern – vor allem anderen. Fertigen Sie einen vollständigen Screenshot der Bewertung mit sichtbarem Datum und der URL an. Ohne gesicherten Ausgangszustand wird jeder spätere Schritt schwerer – auch der gerichtliche.
- Bewertung melden. Nutzen Sie die Melde-Funktion an der Bewertung bzw. den Weg über Ihr Arbeitgeber-Profil und beanstanden Sie die Bewertung gegenüber kununu.
- Begründen Sie konkret. Benennen Sie präzise, welche Aussage unwahr ist, warum Schmähkritik vorliegt oder warum Sie den Beschäftigungsbezug bezweifeln. Pauschale Meldungen („gefällt uns nicht", „unfair") führen erfahrungsgemäß nicht weiter.
- Prüfverfahren abwarten. kununu ist als Hostingdienst verpflichtet, Ihrer Meldung nachzugehen (Art. 16 DSA). Üblicherweise wird der Verfasser zur Stellungnahme aufgefordert; für die Dauer der Prüfung kann die Bewertung vorübergehend offline genommen werden.
- Ergebnis dokumentieren. Sichern Sie auch das Ergebnis (entfernt, wieder online, unverändert) mit Screenshot und Datum – diese Historie ist später wertvoll.
Die Grenzen der Selbsthilfe: Warum „gelöscht" oft nicht gelöscht ist
Hier liegt das größte Missverständnis im Markt – und der Grund, warum viele Unternehmen dieselbe Bewertung mehrfach „loswerden": Löschen ist nicht gleich Löschen.
- Die Meldung löst nur eine Prüfung aus. Rechtlich bewirkt Ihre Beanstandung zunächst die Prüfpflicht des Portals nach Art. 16 DSA – nicht mehr. Eine Entfernung während oder nach der Prüfung ist häufig nur eine vorübergehende Deaktivierung.
- Die Bewertung kann wiederkommen. Hält kununu die Bewertung nach seiner Prüfung für zulässig – oder meldet sich der Verfasser mit einer Stellungnahme zurück – kann die Bewertung wieder online gestellt werden. Kununu lehnt bei nicht ausreichender Begründung häufig ab oder behält sich die willkürliche Reaktivierung vor. Einblick in die tatsächlich erfolgte Prüfung erhalten Sie nicht.
- Unbegründete Massen-Meldungen können sich rächen. Wer wiederholt offensichtlich unbegründete Meldungen einreicht, riskiert, dass die Plattform die Bearbeitung weiterer Meldungen aussetzt. Nach Art. 23 Abs. 2 DSA dürfen Plattformen die Bearbeitung von Meldungen und Beschwerden von Personen, die häufig offensichtlich unbegründete Meldungen oder Beschwerden einreichen, nach vorheriger Warnung für einen angemessenen Zeitraum aussetzen.
- Ohne Titel kein Schutz vor Wiederholung. Selbst wenn die Meldung zur Entfernung führt: Nichts hindert eine kerngleiche neue Bewertung mit leicht anderen Worten. Diesen Riegel schiebt erst ein Unterlassungstitel vor (§ 890 ZPO).
Die Selbsthilfe ist deshalb ein legitimer erster Schritt – aber sie ist der Anfang, nicht die Lösung. Wer dauerhafte Ruhe will, braucht einen durchsetzbaren Anspruch.
Wann ist eine kununu-Bewertung rechtswidrig?
Nicht jede unangenehme Bewertung ist angreifbar – aber deutlich mehr, als viele Arbeitgeber annehmen. Die drei wichtigsten Fallgruppen:
1. Unwahre Tatsachenbehauptungen
Tatsachenbehauptungen sind dem Beweis zugängliche Aussagen („Gehälter werden regelmäßig zu spät gezahlt", „Überstunden werden nicht vergütet", „es gab nie ein Feedbackgespräch"). Sind sie unwahr, sind sie nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt – es greifen § 824 BGB (Kreditgefährdung) und das Unternehmenspersönlichkeitsrecht (§ 823 Abs. 1 BGB). Wichtig: Auch in Bewertungen, die wie reine Meinung klingen, steckt oft ein angreifbarer Tatsachenkern.
2. Schmähkritik und Beleidigung
Werturteile („schlechtes Betriebsklima") sind grundsätzlich zulässig. Die Grenze ist überschritten, wenn nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Herabwürdigung des Unternehmens oder einzelner Personen im Vordergrund steht – etwa bei Beschimpfungen, Diffamierungen einzelner Führungskräfte oder reiner Anprangerung.
3. Fehlender oder nicht überprüfbarer Beschäftigungsbezug
kununu-Bewertungen setzen voraus, dass der Verfasser tatsächlich in einem Beschäftigungsverhältnis zum bewerteten Unternehmen stand oder steht (bzw. sich dort beworben hat). Genau hier setzt die von uns erstrittene Rechtsprechung an: Bestreitet das Unternehmen einen identifizierbaren Geschäftskontakt, kann es den Beschäftigungsbezug nicht überprüfen – anonyme Angaben wie Branche, Abteilung oder Jahr genügen dafür nicht. Dann muss das Portal den Verfasser so individualisieren, dass der Beschäftigungsbezug für das Unternehmen überprüfbar wird – oder die Bewertung entfernen (OLG Hamburg, Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24; in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt: LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25).
Für Ihre erste eigene Einschätzung: Können Sie die Bewertung keinem konkreten aktuellen oder ehemaligen Beschäftigten und keinem Bewerber zuordnen? Dann ist das kein Nachteil, sondern der Ausgangspunkt des rechtlichen Hebels.
Wie läuft der Anwaltsweg im Einzelnen ab?
Der Unterschied zum bloßen Melden liegt nicht darin, dass ein Anwalt „gründlicher meldet" – sondern darin, dass am Ende ein durchsetzbarer Anspruch steht, den das Portal beachten muss. So gehen wir vor:
- Einzelfallprüfung und gerichtsfeste Beweissicherung. Jede Bewertung wird einzeln geprüft und mit eigener, präziser Argumentation angegriffen – es gibt keine Textbausteine, weil jede Bewertung anders formuliert ist und anders angreifbar ist. Parallel sichern wir den Ausgangszustand gerichtsfest (Screenshots mit Datum und Fundstelle).
- Beschäftigungsbezug und Individualisierung. Lässt sich die Bewertung keinem identifizierbaren Geschäftskontakt zuordnen, rügen wir genau das: Als anonym Bewerteter können Sie den Beschäftigungsbezug nicht überprüfen – also muss kununu den Verfasser individualisieren oder die Bewertung entfernen. Das ist der Kern der von uns erstrittenen Entscheidung, die in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt wurde (LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25). Bei unwahren Tatsachen und Schmähkritik greifen wir zusätzlich die Inhalte selbst an.
- Substantiierte anwaltliche Beanstandung. kununu erhält eine juristisch begründete Aufforderung zur Entfernung und Unterlassung – gestützt auf § 1004 BGB analog i. V. m. § 823 Abs. 1 BGB (Unternehmenspersönlichkeitsrecht), bei unwahren Tatsachen zusätzlich § 824 BGB, und auf die Prüfpflichten der Plattform (Art. 16 DSA). Unsere Empfehlung: Handeln Sie innerhalb weniger Tage nach Entdeckung der Bewertung. Die außergerichtliche Aufforderung an Kununu erfolgt mit einer Frist von 4 Tagen. Danach kann – falls nötig – zügig gerichtlich vorgegangen werden.
- Einstweilige Verfügung gegen das Portal. Bleibt die Aufforderung erfolglos, beantragen wir eine einstweilige Unterlassungsverfügung – wegen des bundesweiten Abrufs der Bewertung wahlweise am eigenen Geschäftssitz oder über den fliegenden Gerichtsstand (§ 32 ZPO) beim auf Bewertungsrecht spezialisierten LG Hamburg. Das Portal haftet dabei als mittelbare Störerin nach den vom Bundesgerichtshof entwickelten Grundsätzen der Störerhaftung.
- Der Titel wirkt in die Zukunft. Bei richtigem Vorgehen erreichen Sie einen gerichtlichen Unterlassungstitel, der in die Zukunft wirkt und das Portal zur Löschung verpflichtet. Veröffentlicht Kununu die Bewertung erneut, drohen empfindliche Ordnungsgelder von bis zu 250.000 € pro Verstoß, ersatzweise Ordnungshaft, zu vollziehen an den gesetzlichen Vertretern von Kununu. Das schützt Sie vor Wiederholung und sogar vor kerngleichen neuen Bewertungen mit ähnlichen Formulierungen – und schafft so nachhaltig Ruhe sowie Rechtssicherheit für Ihr Unternehmen.
Warum gegen das Portal – und nicht gegen den Verfasser?
Der Verfasser ist anonym; das Portal ist es nicht. Der Unterlassungsanspruch richtet sich deshalb im Regelfall gegen kununu als Verbreiterin der Bewertung (mittelbare Störerin): Die kununu GmbH mit Sitz in München, eine Tochtergesellschaft der New Work SE (XING), ist greifbar, zustellungsfähig und an einen gerichtlichen Titel gebunden. Sie brauchen dafür weder den Namen des Verfassers noch dessen Adresse – die Offenlegung der Identität ist nach der OLG-Hamburg-Rechtsprechung die Option des Portals, um die Entfernung abzuwenden, nicht Ihre Voraussetzung. Möchten Sie zusätzlich gegen den Verfasser vorgehen (etwa bei hartnäckigen Wiederholungstätern), beraten wir Sie transparent zu den Möglichkeiten – mehr dazu auf unserer Seite Kununu-Verfasser ermitteln.
Welche Rechtsgrundlagen tragen den Anspruch?
- § 1004 Abs. 1 BGB analog i. V. m. § 823 Abs. 1 BGB — Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch aus dem Unternehmenspersönlichkeitsrecht: die zentrale Anspruchsgrundlage gegen das Portal.
- § 824 BGB (Kreditgefährdung) — bei unwahren Tatsachenbehauptungen, die den Kredit, Erwerb oder das Fortkommen des Unternehmens gefährden.
- Art. 16 DSA (Digital Services Act) — Melde- und Abhilfeverfahren: verpflichtet die Plattform, begründeten Beanstandungen nachzugehen; zugleich der Grund, warum eine bloße Meldung oft nur vorübergehend wirkt.
- § 890 ZPO — Vollstreckung des Unterlassungstitels: Ordnungsgeld bis 250.000 € pro Verstoß, ersatzweise Ordnungshaft; der Titel erfasst auch kerngleiche Wiederholungen.
- § 32 ZPO (fliegender Gerichtsstand) — Zuständigkeit auch am Ort des Abrufs; deshalb kann u. a. beim LG Hamburg vorgegangen werden, obwohl kununu seinen Sitz in München hat.
Was kostet die anwaltliche Durchsetzung – und wie transparent ist das?
Ehrliche Antwort vorab: Seriöse Einzelfallarbeit hat ihren Preis – und Sie erfahren ihn vor der Beauftragung, nicht danach.
- Das Erstgespräch ist kostenfrei. Wir klären unverbindlich, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.
- Fester Preis vorab. Für die Bearbeitung erhalten Sie vorab einen festen Preis – ohne Kostenüberraschung. Wir arbeiten mit transparenten Pauschalen pro Bewertung und pro Monat; sämtliche Preise verstehen sich zzgl. ges. USt.
Als hochspezialisierte Wirtschaftskanzlei rechnen wir unsere gerichtliche Tätigkeit auf Zeitbasis ab – die fairste Vergütung für beide Seiten. Außergerichtlich bieten wir transparente Festpreise pro Bewertung und pro Monat.
Zur rechtlichen Einordnung der Verfahrenswerte:
Der Streitwert liegt bei Angriffen auf einzelne Bewertungen regelmäßig bei 10.000 € pro Bewertung – das ist der gesetzliche Verfahrenswert, kein Honorar. Die grundlegenden Prozesskosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) holen Sie sich vom verbreitenden und gerichtlich unterlegenen Portal zurück (§ 91 ZPO). Zur Ehrlichkeit gehört auch: Die RVG-Gebühren bemessen, was das unterlegene Portal erstattet – nicht den tatsächlichen Aufwand einer präzisen Einzelfallbearbeitung gegen ein finanzstarkes Portal, das in solchen Verfahren regelmäßig von einer internationalen Großkanzlei vertreten wird.
Mehrere kununu-Bewertungen löschen lassen – was gilt dann?
Jede Bewertung wird einzeln geprüft und mit eigener, präziser Argumentation angegriffen – mehr Bewertungen bedeuten mehr echte Einzelfallarbeit. Sorgfalt kennt keinen Mengenrabatt.
Rechtsschutzversicherung:
Wir arbeiten ausschließlich auf Selbstzahlerbasis und bearbeiten bewusst keine Rechtsschutzversicherungsmandate. Wir prüfen, ob sich ein Vorgehen lohnt, und beraten Sie transparent über die zu erwartenden Kosten und den Ablauf.
Wir kämpfen für Ihren guten Ruf
Kununu-Bewertungen, die überzeugen – nicht verunsichern
- Überzeugendes Profil auf Kununu Qualifizierte Bewerber und engagierte Mitarbeiter entscheiden sich bevorzugt für Unternehmen mit einem überzeugenden Kununu-Profil und starker Arbeitgebermarke.
- Wirtschaftliche Vorteile durch einen besseren Ruf Ein überzeugendes Bewertungsprofil verschafft Ihnen einen klaren Wettbewerbsvorteil, erhöht Ihre Marktposition und sichert Ihnen langfristigen Erfolg in der Branche.
- Stärkerer Eindruck bei Kunden und Geschäftspartnern Ihre Außenwahrnehmung wird durch ein vertrauenswürdiges Online-Profil gestärkt und macht Sie zur bevorzugten Wahl für Partner und Kunden.
Hören Sie, was unsere echten Mandanten sagen
Echte Unternehmer berichten, wie sich ihre Reputationslage nach der Zusammenarbeit verändert hat.
Technologie & Software
Jahresbetreuung
Pflege
Mittelstand Häufige Fragen
Kann eine gelöschte Kununu-Bewertung wieder auftauchen?
Ja – wird eine Bewertung nur über das Meldeformular entfernt, kann sie erneut veröffentlicht werden. Ein gerichtlich durchgesetzter Unterlassungstitel ist dagegen mit Ordnungsgeld bewehrt (§ 890 ZPO) und erfasst auch kerngleiche Wiederholungen. Ziel ist dauerhafte Ruhe – nicht nur eine vorübergehende Löschung.
Schlechte Kununu-Bewertung – was tun?
Nicht öffentlich dagegenschreiben und nicht vorschnell das Meldeformular nutzen. Sichern Sie die Bewertung mit Datum und lassen Sie prüfen, ob ein Unterlassungsanspruch besteht – der wirkt nachhaltiger als eine bloße Meldung, weil er auch kerngleiche Wiederholungen erfasst.
Ist eine Kununu-Bewertung wirklich anonym?
Gegenüber dem Unternehmen bleibt der Verfasser zunächst anonym. Rechtlich lässt sich diese Anonymität aber aufheben: Rechtsanwalt Jan Meyer hat vor dem OLG Hamburg erwirkt, dass Kununu die Identität offenlegen oder die Bewertung entfernen muss (Az. 7 W 11/24).
Gibt es ein Muster, um eine Kununu-Bewertung löschen zu lassen?
Von Muster-Schreiben ist abzuraten. Eine unzureichend begründete Beanstandung kann dazu führen, dass die Plattform weitere Meldungen aussetzt (Art. 23 Abs. 2 DSA). Wirksam ist eine anwaltlich begründete Beanstandung.
Kann ich gegen eine Kununu-Bewertung klagen?
Ja. Reagiert die Plattform nicht, lässt sich der Anspruch gerichtlich durchsetzen – häufig zügig im Eilverfahren (einstweilige Verfügung), sofern die Bewertung rechtswidrig ist.
Was kostet es, eine Kununu-Bewertung löschen zu lassen?
Das Erstgespräch ist kostenfrei. Für die Bearbeitung erhalten Sie vorab einen festen Preis – ohne Kostenüberraschung.
Wie seriös ist kununu – und wie leicht lassen sich Bewertungen abgeben?
kununu wird von der kununu GmbH (München) betrieben, einer Tochtergesellschaft der New Work SE (XING), und ist die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Bewertungen können anonym abgegeben werden; eine inhaltliche Vorab-Prüfung, ob der Verfasser tatsächlich im Unternehmen beschäftigt war, findet vor der Veröffentlichung nicht statt – bei anonymen Angaben kann die Plattform das aus eigener Kraft auch kaum leisten. Genau deshalb ist die von uns erstrittene Rechtsprechung so wichtig: Auf Rüge des Unternehmens muss kununu den Beschäftigungsbezug überprüfbar machen oder die Bewertung entfernen.
Brauche ich den Namen des Verfassers, um die Bewertung löschen zu lassen?
Nein. Der Unterlassungsanspruch richtet sich gegen kununu als Verbreiterin der Bewertung – dafür müssen Sie den Verfasser nicht kennen. Nach der OLG-Hamburg-Rechtsprechung (Az. 7 W 11/24) ist es umgekehrt Sache des Portals, den anonymen Verfasser so zu individualisieren, dass Sie den Beschäftigungsbezug überprüfen können – oder die Bewertung zu entfernen. Die Offenlegung ist also die Option des Portals, nicht Ihre Voraussetzung.
Kann sich kununu auf den Datenschutz berufen und die Auskunft verweigern?
Diesen Einwand hat kununu erhoben – und ist damit gerichtlich nicht durchgedrungen. Das OLG Hamburg hat das Datenschutz-Argument im Eilverfahren zurückgewiesen (Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24): Das Risiko, dass sich anonyme Angaben nicht überprüfen lassen, trägt das Portal als Verbreiterin. Diese Linie wurde in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt (LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25) – rechtskräftig seit dem 13.07.2026. Der Datenschutz schützt den Verfasser also nicht davor, dass die Bewertung entfernt werden muss, wenn kununu ihn nicht individualisiert.
Wie reagiere ich als Arbeitgeber öffentlich auf eine schlechte kununu-Bewertung?
Zurückhaltend – jedenfalls bevor die Rechtslage geprüft ist. Drei Gründe: Erstens verschafft eine öffentliche Auseinandersetzung der Bewertung zusätzliche Aufmerksamkeit. Zweitens kann ein unbedachter Arbeitgeber-Kommentar („wir erinnern uns gut an Sie …") den Beschäftigungsbezug ungewollt bestätigen und damit den stärksten rechtlichen Hebel entwerten. Drittens dürfen Sie im Kommentar keine personenbezogenen Details zu einem (mutmaßlichen) Ex-Mitarbeiter offenlegen – das wäre ein eigenes datenschutzrechtliches Risiko. Sinnvoll ist: Bewertung sichern, rechtlich prüfen lassen, und erst danach entscheiden, ob eine sachliche öffentliche Antwort überhaupt noch nötig ist.
Muss der Verfasser wirklich bei uns gearbeitet haben?
Ja – oder sich bei Ihnen beworben haben. kununu-Bewertungen setzen einen echten Beschäftigungsbezug voraus – als Mitarbeiter, ehemaliger Mitarbeiter oder Bewerber. Fehlt dieser Bezug oder lässt er sich für Sie nicht überprüfen, ist die Bewertung angreifbar: Sie rügen den fehlenden identifizierbaren Geschäftskontakt, und kununu muss den Verfasser überprüfbar individualisieren oder die Bewertung entfernen. Anonyme Eckdaten wie Abteilung, Zeitraum oder Position genügen dafür nach der Rechtsprechung nicht, denn damit können Sie den Kontakt nicht selbst verifizieren.
Können wir unser kununu-Profil komplett löschen lassen?
In aller Regel nein. Bewertungsplattformen dürfen Unternehmensprofile nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich auch ohne Einwilligung des Unternehmens führen; ein Anspruch auf vollständige Löschung des Profils besteht nur in engen Ausnahmefällen. Der erfolgversprechende Weg ist deshalb nicht der Angriff auf das Profil, sondern auf die einzelnen rechtswidrigen Bewertungen – mit dem Ziel eines Unterlassungstitels, der auch kerngleiche Wiederholungen erfasst. So behalten Sie das Profil als Chance für Ihre Arbeitgebermarke und werden zugleich die rechtswidrigen Inhalte los.
Kann ich mein kununu-Firmenprofil oder das ganze Unternehmen löschen?
Das öffentliche Firmenprofil bei kununu lässt sich in aller Regel nicht auf Wunsch löschen – kununu betreibt es als Arbeitgeber-Verzeichnis, und einen Anspruch auf Entfernung des gesamten Profils gibt es grundsätzlich nicht. Entfernen lassen sich aber einzelne rechtswidrige Bewertungen: unwahre Tatsachenbehauptungen, Schmähkritik oder Beiträge ohne echten Beschäftigungsbezug. Wir prüfen, welche Einträge angreifbar sind, und machen deren Entfernung gegenüber kununu geltend – und setzen sie, wenn nötig, gerichtlich durch.
Was bedeutet „kununu löschen" – Bewertung, Eintrag oder Profil?
Der Wunsch, „kununu zu löschen", meint meist eines von drei Dingen: eine einzelne negative Bewertung, mehrere Einträge oder das gesamte Firmenprofil. Rechtlich durchsetzbar ist vor allem die Entfernung einzelner rechtswidriger Bewertungen; das Profil selbst bleibt bestehen. Schildern Sie uns Ihren Fall im kostenfreien, unverbindlichen Erstgespräch – wir klären, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.
Sollte ich eine kununu-Bewertung melden oder anwaltlich entfernen lassen?
Die Meldung über das kununu-Formular ist kostenlos, führt aber häufig nur zu einer vorübergehenden Deaktivierung – der Beitrag kann zurückkehren. Dauerhaft entfernt wird eine Bewertung erst über einen durchsetzbaren Unterlassungsanspruch gegen die Plattform, der auch kerngleiche, nur leicht umformulierte Wiederholungen erfasst (§ 890 ZPO). Welcher Weg zu Ihrem Fall passt, besprechen wir im kostenfreien Erstgespräch.
Kann ich meine eigene, selbst geschriebene kununu-Bewertung löschen?
Ja. Als Verfasser können Sie eine selbst abgegebene Bewertung jederzeit über Ihr kununu-Konto bearbeiten oder entfernen. Anders liegt es, wenn eine fremde, rechtswidrige Bewertung Ihr Unternehmen betrifft – dann geht es um die Entfernung gegenüber der Plattform, bei der wir Sie unterstützen.
Lässt sich eine kununu-Gehaltsangabe entfernen?
Auch einzelne Angaben wie Gehaltsdaten können angreifbar sein, wenn sie unwahr sind oder kein echter Beschäftigungsbezug besteht. Maßgeblich ist – wie bei Textbewertungen – ob die Angabe eine unzulässige unwahre Tatsachenbehauptung enthält oder von jemandem stammt, der nie bei Ihnen beschäftigt war.
Kununu-Bewertung selbst melden oder anwaltlich entfernen lassen – wann lohnt was?
Über die Kununu-Meldefunktion können Sie eine Bewertung selbst melden – das ist kostenlos, führt aber häufig nur zu einer vorübergehenden Deaktivierung, und der Beitrag kann zurückkehren. Der anwaltliche Weg zielt auf einen durchsetzbaren Unterlassungsanspruch gegen die Plattform, der auch kerngleiche, nur leicht umformulierte Wiederholungen erfasst (§ 890 ZPO). Für eine klar zulässige Meinung lohnt der Aufwand selten; bei unwahren Tatsachen, Schmähkritik oder fehlendem Beschäftigungsbezug ist der anwaltliche Weg regelmäßig der wirksamste, um dauerhaft Ruhe herzustellen.
Kann man Kununu-Bewertungen abschalten oder deaktivieren?
Nein – ein pauschales Abschalten der Bewertungsfunktion für Ihr Arbeitgeberprofil ist bei Kununu nicht vorgesehen, und einen Anspruch darauf gibt es nicht. Entfernen lassen sich nur einzelne rechtswidrige Bewertungen: unwahre Tatsachenbehauptungen, Schmähkritik oder Beiträge ohne echten Beschäftigungsbezug. Die zulässige Kritik echter Mitarbeiter bleibt sichtbar.
Was lässt sich bei Kununu NICHT löschen?
Eine sachliche, auch negative Meinung eines echten Mitarbeiters ist von der Meinungsfreiheit gedeckt und in aller Regel nicht angreifbar – ebenso eine überspitzte, aber auf einen realen Vorgang gestützte Kritik. Angreifbar wird eine Bewertung erst, wenn sie unwahre Tatsachen behauptet, in Schmähkritik oder eine Beleidigung umschlägt oder von jemandem stammt, der nie beschäftigt war oder sich beworben hat. Diese Abgrenzung zwischen zulässiger Meinung und angreifbarer Aussage ist der Kern jeder rechtlichen Prüfung.
Gehen Sie gegen Kununu oder gegen den Verfasser vor?
In erster Linie gegen die Plattform: Kununu ist als Verbreiterin (mittelbare Störerin) verpflichtet, eine rechtswidrige Bewertung nach substantiierter Beanstandung zu prüfen und zu entfernen – das ist der schnellste und sicherste Weg, weil der Verfasser anonym bleibt. Gegen den Verfasser selbst gehen wir vor, wenn er bekannt oder – etwa bei strafbaren Inhalten – ermittelbar ist. Welcher Weg trägt, hängt vom Einzelfall ab.
An einem Beispiel – welche Kununu-Bewertung lässt sich entfernen?
Ein typisches, illustratives Fallbeispiel: Ein Unternehmen findet eine 1-Stern-Bewertung eines angeblichen ehemaligen Mitarbeiters, der behauptet, Löhne seien nicht gezahlt worden – tatsächlich war die Person aber nie beschäftigt. Angreifbar sind hier zwei Punkte: die unwahre Tatsachenbehauptung (angeblich nicht gezahlte Löhne) und der fehlende Beschäftigungsbezug. Rügt man dies gegenüber Kununu substantiiert, muss das Portal den Verfasser individualisieren oder die Bewertung entfernen – das ist die Linie des von uns vor dem OLG Hamburg erstrittenen Klarnamen-Beschlusses. Ob Ihr Fall ähnlich liegt, ist Gegenstand der rechtlichen Prüfung im Einzelfall.
Welche Kununu-Bewertungen lassen sich leichter entfernen – und welche kaum?
Am ehesten entfernbar sind Bewertungen ohne echten Beschäftigungsbezug sowie klar unwahre Tatsachenbehauptungen – hier ist die Rechtslage eindeutig. Schwieriger sind reine Werturteile: Eine überspitzte, aber auf einen realen Vorgang gestützte Meinung ist von der Meinungsfreiheit gedeckt und bleibt in der Regel stehen. Entscheidend ist stets die Abgrenzung zwischen (angreifbarer) Tatsachenbehauptung und (geschützter) Meinung im konkreten Beitrag.
Ihr Fall im kostenfreien Erstgespräch
Wir klären, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.
Fazit: Kununu-Bewertung löschen – die Meldung ist der Anfang, die Unterlassung schafft Ruhe
Eine kununu-Bewertung „löschen" kann vieles heißen – und genau das ist das Problem. Die Selbsthilfe über das Meldeformular ist legitim und manchmal ausreichend; rechtlich löst sie aber nur die Prüfpflicht des Portals nach Art. 16 DSA aus, und so entfernte Bewertungen können wiederkehren. Dauerhafte Ruhe entsteht erst durch einen durchsetzbaren Unterlassungsanspruch gegen das Portal (§ 1004 BGB analog, § 823 Abs. 1 BGB; bei unwahren Tatsachen § 824 BGB): Ein Unterlassungstitel ist mit Ordnungsgeld bewehrt (§ 890 ZPO) und erfasst auch kerngleiche neue Bewertungen.
Die Rechtslage ist 2026 klarer denn je – die von SterneAdvo erstrittene Entscheidung (OLG Hamburg, Beschluss Az. 7 W 11/24), in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt (LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25), verpflichtet kununu, anonyme Verfasser überprüfbar zu machen oder die Bewertung zu entfernen.
Der erste Schritt bleibt derselbe: Bewertung mit Datum sichern und anwaltlich prüfen lassen. Vertiefen Sie das Thema: - Ratgeber: Alle Beiträge rund um kununu & Arbeitgeber-Bewertungen
Häufige Fragen und Hintergründe im Detail
Ausführliche Antworten unserer Anwälte – klappen Sie auf, was Sie interessiert.
Anonyme Kununu Bewertung – was tun? Rechtliche Schritte gegen unwahre Arbeitgeberbewertungen
Sie öffnen morgens Ihr Kununu-Profil und lesen: „Katastrophale Führungskultur, Mobbing wird geduldet, Gehälter werden verspätet gezahlt." Der Verfasser? Anonym. Der angegebene Zeitraum? Vage. Die Abteilung? Nicht nachvollziehbar. Sie wissen: Das stimmt nicht – aber wie wehren Sie sich gegen eine Bewertung, wenn Sie nicht einmal wissen, wer sie verfasst hat?
Viele Arbeitgeber fühlen sich anonymen Kununu-Bewertungen hilflos ausgeliefert. Tatsächlich haben Sie rechtliche Möglichkeiten, gegen unwahre oder nicht fundierte Bewertungen vorzugehen – auch ohne den Namen des Verfassers zu kennen. Entscheidend ist, dass Sie die richtigen Hebel ansetzen und die Rechtsprechung nutzen, die in den vergangenen Jahren eine unternehmerfreundliche Linie entwickelt hat.
Warum sind Kununu-Bewertungen überhaupt anonym?
Kununu ermöglicht Bewertungen unter Pseudonym, um Arbeitnehmern eine vermeintlich geschützte Meinungsäußerung zu ermöglichen. Die Plattform argumentiert, dass Beschäftigte nur so offen über Missstände berichten könnten, ohne berufliche Nachteile befürchten zu müssen. Dieses Konzept ist grundsätzlich legitim – es darf jedoch nicht dazu führen, dass Arbeitgeber schutzlos rufschädigenden Falschbehauptungen ausgesetzt sind.
Das Problem: Anonymität senkt die Hemmschwelle. Manche Bewertungen werden aus Frust nach einer Kündigung verfasst, andere von Personen, die nie in Ihrem Unternehmen tätig waren. Wieder andere übertreiben einzelne Vorfälle oder stellen subjektive Eindrücke als objektive Tatsachen dar. Für Sie als Arbeitgeber ist die Situation besonders belastend, weil Sie nicht wissen, gegen wen Sie sich verteidigen – und potenzielle Bewerber die Darstellung für bare Münze nehmen.
Rechtlich steht Ihnen jedoch ein Abwehranspruch zu. Kununu ist als Plattformbetreiberin mittelbare Störerin und Verbreiterin der Inhalte. Das bedeutet: Sobald Sie das Portal auf eine Rechtsverletzung hinweisen, muss es prüfen und gegebenenfalls handeln. Die Anonymität des Verfassers schützt diesen nicht vor berechtigten Ansprüchen – sie verlagert lediglich die Verantwortung zunächst auf das Portal.
Welche Bewertungen sind rechtlich angreifbar?
Nicht jede negative Bewertung ist rechtswidrig. Die Meinungsfreiheit schützt auch kritische Äußerungen über Arbeitgeber. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen zulässigen Meinungsäußerungen und unzulässigen Tatsachenbehauptungen.
Unwahre Tatsachenbehauptungen sind niemals von der Meinungsfreiheit gedeckt. Beispiele: „Gehälter werden nicht pünktlich gezahlt" (wenn das nicht stimmt), „Es gibt keine Pausenräume" (wenn es welche gibt), „Die Geschäftsführung hat Mitarbeiter XY gemobbt" (konkrete Falschbehauptung über einen Vorfall). Solche Aussagen lassen sich objektiv überprüfen – und wenn sie unwahr sind, müssen sie entfernt werden.
Schmähkritik und Formalbeleidigungen überschreiten ebenfalls die Grenze des Zulässigen. Formulierungen wie „Sklaventreiber", „kriminelle Machenschaften" oder „Abzocke" dienen nicht der sachlichen Auseinandersetzung, sondern allein der Herabsetzung. Auch hier greift kein Schutz durch die Meinungsfreiheit.
Meinungsäußerungen ohne tatsächliche Grundlage sind ein subtilerer, aber ebenso wichtiger Ansatzpunkt. Eine Meinung ist nur dann geschützt, wenn sie auf einem nachvollziehbaren Fundament steht. Kann der Verfasser nicht darlegen, dass er überhaupt in Ihrem Unternehmen tätig war – dass also ein tatsächlicher Geschäftskontakt bestand –, fehlt der Bewertung die erforderliche Tatsachengrundlage. Ohne belegten Kontakt ist auch eine vermeintliche Meinung nicht zulässig.
Dieser letzte Punkt ist besonders relevant bei anonymen Bewertungen. Denn hier können Sie oft nicht erkennen, ob die Person tatsächlich bei Ihnen beschäftigt war – und genau das ist Ihr rechtlicher Hebel.
Was bedeutet „substantiierte Rüge" konkret?
Um gegen eine anonyme Kununu-Bewertung vorzugehen, müssen Sie das Portal substantiiert rügen. Das bedeutet: Sie weisen auf konkrete Fakten hin, die die Rechtsverletzung belegen oder nahelegen. Sie müssen nicht beweisen, dass die Bewertung falsch ist – aber Sie müssen mehr liefern als ein pauschales „Das stimmt nicht".
Bei unwahren Tatsachenbehauptungen schildern Sie präzise, warum die Aussage falsch ist. Beispiel: Die Bewertung behauptet, Gehälter würden verspätet gezahlt. Sie legen dar: „Sämtliche Gehaltszahlungen erfolgten im relevanten Zeitraum fristgerecht zum 28. des Monats, wie aus den Überweisungsbelegen hervorgeht." Sie müssen die Belege in der Rüge nicht beifügen – aber Sie müssen auf deren Existenz hinweisen und konkret darlegen, warum die Behauptung unzutreffend ist.
Beim fehlenden Geschäftskontakt weisen Sie auf Widersprüche oder Unmöglichkeiten hin. Beispiel: Die Bewertung gibt an, der Verfasser habe von Januar bis Juni 2025 in der „Abteilung Vertrieb Süd" gearbeitet. Sie rügen: „Im genannten Zeitraum existierte keine Abteilung mit dieser Bezeichnung. Unser Vertrieb war damals ausschließlich zentral organisiert, eine regionale Untergliederung erfolgte erst ab Oktober 2025." Oder: „Die Bewertung nennt die Position ‚Senior Developer'. Im angegebenen Zeitraum beschäftigten wir lediglich zwei Entwickler, beide sind seit Jahren im Unternehmen und haben diese Bewertung nicht verfasst."
Wichtig: Sie weisen auf Fakten hin, die die Angaben des Verfassers infrage stellen. Sie fordern das Portal damit auf, seiner Prüfpflicht nachzukommen. Die Beweislast liegt dann beim Portal und letztlich beim Verfasser – nicht bei Ihnen.
Muss Kununu den Verfasser nach meiner Rüge individualisieren?
Ja – sofern Sie substantiiert rügen, dass kein überprüfbarer Geschäftskontakt vorliegt. SterneAdvo hat vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg eine unternehmerfreundliche Rechtsprechungslinie erstritten (Az. 7 W 11/24). Diese Maßstäbe gelten portalübergreifend und wurden in einem davon getrennten Hauptsacheverfahren einer anderen Mandantin rechtskräftig bestätigt (LG Hamburg, Urteil v. 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25).
Die Vorgaben sind klar: Rügt der Bewertete substantiiert, es liege kein tatsächlicher Geschäftskontakt zugrunde, muss das Portal den Verfasser so individualisieren, dass der Bewertete den Kontakt selbst überprüfen kann – oder die Bewertung entfernen. Das ist ein striktes Entweder-Oder. Entweder macht Kununu den Kontakt für Sie überprüfbar, oder die Bewertung wird gelöscht.
Überprüfbar bedeutet: Sie müssen anhand der vom Portal vorgelegten Informationen nachvollziehen können, ob und wann die Person bei Ihnen tätig war. Anonyme Angaben wie „Angestellte/r, 2023–2024, Marketing" reichen dafür nicht aus, wenn Sie mehrere Dutzend Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigen. Das Portal muss konkretere Angaben machen – etwa durch Nennung der genauen Position, des exakten Beschäftigungszeitraums oder anderer individualisierender Merkmale, die eine Zuordnung ermöglichen.
Diese Rechtsprechung wendet die vom Bundesgerichtshof aufgestellten Maßstäbe (BGH VI ZR 1244/20) konsequent an: Ohne nachgewiesene Tatsachengrundlage – hier: den Geschäftskontakt – ist auch eine vermeintliche Meinung nicht geschützt. Kununu kann sich nicht darauf zurückziehen, die Anonymität des Verfassers schützen zu müssen, wenn dadurch Ihr Recht auf Schutz vor unwahren oder nicht fundierten Bewertungen ausgehöhlt wird.
Wie gehe ich praktisch gegen eine anonyme Bewertung vor?
Der erste Schritt ist immer eine sorgfältige Analyse der Bewertung. Lesen Sie den Text genau: Welche konkreten Tatsachenbehauptungen werden aufgestellt? Welche Angaben macht der Verfasser zu seiner Person, seiner Position, dem Zeitraum? Gibt es Widersprüche oder Unmöglichkeiten?
Dokumentieren Sie Ihre Erkenntnisse schriftlich. Wenn die Bewertung behauptet, in einer bestimmten Abteilung zu einer bestimmten Zeit gearbeitet zu haben, prüfen Sie: Gab es diese Abteilung damals? Wie viele Personen waren dort beschäftigt? Können Sie die Bewertung einem konkreten Vorfall oder einer bekannten Person zuordnen – oder ist die Darstellung so vage, dass sie auf niemanden zutrifft?
Außergerichtliche Rüge: Formulieren Sie eine präzise, substantiierte Rüge an Kununu. Benennen Sie die konkrete Bewertung (Link, Datum), zitieren Sie die beanstandeten Passagen und legen Sie dar, warum diese unwahr sind oder warum kein überprüfbarer Geschäftskontakt vorliegt. Setzen Sie eine angemessene Frist zur Stellungnahme oder Löschung (in der Regel sieben bis zehn Tage).
Viele Arbeitgeber scheitern an dieser Stelle, weil ihre Rüge zu pauschal ist. „Die Bewertung ist unwahr" genügt nicht. Sie müssen konkret werden: „Die Behauptung, Überstunden würden nicht vergütet, ist unzutreffend. Sämtliche Überstunden werden entweder ausgezahlt oder durch Freizeitausgleich abgegolten, wie in den Arbeitsverträgen und der Betriebsvereinbarung vom 12.03.2023 geregelt."
Reagiert Kununu nicht oder lehnt die Löschung ab, folgt der gerichtliche Weg. Hier empfiehlt sich die Beauftragung spezialisierter Rechtsberatung, die mit der aktuellen Rechtsprechung vertraut ist und die Argumentation präzise auf die Maßstäbe des Oberlandesgerichts Hamburg abstimmt.
Was passiert im gerichtlichen Verfahren?
Im gerichtlichen Verfahren machen Sie Ihre Unterlassungs- und Löschungsansprüche gegen Kununu als mittelbare Störerin geltend. Sie tragen vor, dass die Bewertung unwahre Tatsachenbehauptungen enthält oder dass kein überprüfbarer Geschäftskontakt nachgewiesen ist – und dass Kununu nach Ihrer Rüge verpflichtet war, die Bewertung zu entfernen.
Das Gericht prüft zunächst, ob Ihre Rüge substantiiert war. Haben Sie konkrete Fakten vorgetragen, die die Rechtsverletzung nahelegen? Wenn ja, wechselt die Darlegungslast: Nun muss Kununu darlegen, dass die Bewertung rechtmäßig ist – also dass die Tatsachenbehauptungen wahr sind oder dass ein überprüfbarer Geschäftskontakt bestand.
In der Praxis zeigt sich: Kununu kann diese Darlegungslast oft nicht erfüllen. Das Portal hat selbst keine Kenntnis davon, ob die Angaben des Verfassers zutreffen. Es verlässt sich darauf, dass Nutzer bei der Registrierung wahrheitsgemäße Angaben machen – eine Überprüfung findet nicht statt. Kann Kununu den Geschäftskontakt nicht überprüfbar machen, muss es die Bewertung entfernen.
Die von SterneAdvo erstrittene Rechtsprechungslinie hat hier einen entscheidenden Unterschied gemacht. Früher argumentierten Portale oft, die Anonymität des Verfassers sei schützenswert und eine Individualisierung nicht zumutbar. Nach den vom Oberlandesgericht Hamburg bestätigten Maßstäben gilt: Die Anonymität endet dort, wo sie dazu missbraucht wird, haltlose oder unwahre Behauptungen zu verbreiten. Das Portal muss den Kontakt überprüfbar machen oder die Bewertung löschen – ein Drittes gibt es nicht.
Im Erfolgsfall erlässt das Gericht eine einstweilige Verfügung oder ein Urteil, das Kununu zur Löschung und zur Unterlassung künftiger Verbreitung verpflichtet. Die Bewertung verschwindet aus Ihrem Profil. Zudem trägt das unterlegene Portal die gesetzlichen Kosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (§ 91 ZPO), zzgl. ges. USt..
Kann ich den Namen des Verfassers erfahren?
Die Individualisierung im Unterlassungsverfahren bedeutet nicht, dass Sie automatisch den Klarnamen des Verfassers erhalten. Ziel ist, dass Sie den Geschäftskontakt überprüfen können – nicht, dass die Identität offengelegt wird. In der Praxis kann das Portal den Kontakt durch hinreichend konkrete Angaben (exakte Position, Zeitraum, Abteilung) überprüfbar machen, ohne den Namen zu nennen.
Wenn Sie den Namen des Verfassers benötigen – etwa um zivilrechtliche Ansprüche (Schadensersatz, Unterlassung) direkt gegen die Person geltend zu machen –, ist ein separates Verfahren erforderlich. Hier kommt die Auskunft über Bestandsdaten nach dem Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz in Betracht. Bestandsdaten im Sinne von § 2 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG umfassen Name, Anschrift und E-Mail-Adresse des Nutzers.
Für die Gestattung der Auskunft ist nach § 21 Abs. 3 S. 3/4 TDDDG das Landgericht am Sitz des Verletzten – also an Ihrem Unternehmenssitz – zuständig. Sie müssen darlegen, dass Sie durch die Bewertung in Ihren Rechten verletzt wurden und dass Sie die Bestandsdaten benötigen, um Ihre Ansprüche durchzusetzen. Das Gericht prüft die Verhältnismäßigkeit und wägt Ihre Interessen gegen das Interesse des Verfassers an Anonymität ab.
Dieser Weg ist aufwendiger als das Unterlassungsverfahren gegen das Portal. In vielen Fällen ist er jedoch nicht erforderlich, weil die Löschung der Bewertung bereits Ihr Hauptziel erreicht: Der rufschädigende Inhalt ist entfernt, Ihr Arbeitgeberprofil ist bereinigt.
Welche Fehler sollte ich unbedingt vermeiden?
Ein häufiger Fehler ist die zu pauschale Rüge. „Die Bewertung ist falsch" oder „Wir behandeln unsere Mitarbeiter gut" reicht nicht aus. Sie müssen konkret auf die einzelnen Behauptungen eingehen und darlegen, warum diese unzutreffend sind oder warum der Geschäftskontakt nicht überprüfbar ist.
Ebenso problematisch: vorschnelle öffentliche Reaktionen. Manche Arbeitgeber antworten direkt unter der Bewertung auf Kununu und widersprechen den Vorwürfen. Das kann nach hinten losgehen. Erstens geben Sie damit der Bewertung zusätzliche Aufmerksamkeit. Zweitens können unvorsichtige Formulierungen in Ihrer Antwort als Teilgeständnis oder als Bestätigung einzelner Punkte ausgelegt werden. Drittens zeigen Sie dem Verfasser, dass Sie reagieren – was ihn möglicherweise zu weiteren Bewertungen oder Eskalationen motiviert.
Besser: Dokumentieren Sie die Bewertung durch Screenshot (mit Datum und URL sichtbar), sichern Sie den vollständigen Text und gehen Sie den rechtlichen Weg. Öffentliche Stellungnahmen sollten Sie erst nach anwaltlicher Beratung und strategischer Abwägung abgeben – wenn überhaupt.
Ein weiterer Fehler ist das Abwarten. Manche Arbeitgeber hoffen, die Bewertung werde von selbst verschwinden oder durch positive Bewertungen „verdrängt". Das geschieht selten. Negative Bewertungen bleiben sichtbar und beeinflussen Ihr Arbeitgeberimage nachhaltig. Je länger Sie warten, desto mehr potenzielle Bewerber lesen die rufschädigende Darstellung – und desto schwieriger wird es, den entstandenen Schaden zu beziffern oder rückgängig zu machen.
Schließlich: Versuchen Sie nicht, selbst herauszufinden, wer die Bewertung verfasst hat, indem Sie Mitarbeiter befragen oder unter Druck setzen. Das kann arbeitsrechtliche Konsequenzen haben und wird im schlimmsten Fall als Einschüchterung oder Vergeltungsmaßnahme ausgelegt. Der rechtliche Weg über das Portal ist der saubere und zielführende Ansatz.
Wie lange dauert es, bis eine Bewertung gelöscht wird?
Das hängt vom Weg ab, den Sie wählen. Eine außergerichtliche Rüge kann innerhalb weniger Tage oder Wochen zum Erfolg führen, wenn Kununu Ihre Argumentation anerkennt und die Bewertung freiwillig entfernt. In der Praxis reagiert das Portal jedoch oft ablehnend oder gar nicht – insbesondere wenn die Rüge nicht präzise genug formuliert ist oder wenn Kununu die Rechtslage anders einschätzt.
Im gerichtlichen Eilverfahren (einstweilige Verfügung) können Sie innerhalb von zwei bis vier Wochen eine Entscheidung erreichen. Voraussetzung ist, dass Sie die Dringlichkeit darlegen – also dass Ihnen durch die Bewertung ein nicht wieder gutzumachender Schaden droht, wenn sie weiter online bleibt. Das ist bei rufschädigenden Bewertungen in der Regel der Fall, insbesondere wenn Sie aktuell Mitarbeiter suchen oder wenn die Bewertung prominent auf Ihrem Profil erscheint.
Ein Hauptsacheverfahren dauert länger – je nach Gericht und Auslastung mehrere Monate. Es bietet jedoch den Vorteil, dass das Urteil rechtskräftig wird und damit eine endgültige Klärung schafft. Zudem können Sie im Hauptsacheverfahren umfassender argumentieren und Beweismittel einbringen.
In jedem Fall gilt: Je früher Sie handeln, desto schneller ist die Bewertung entfernt. Jeder Tag, an dem die rufschädigende Darstellung online steht, ist ein Tag, an dem potenzielle Bewerber sie lesen und Ihr Arbeitgeberimage leidet.
Was kostet es, eine anonyme Kununu-Bewertung löschen zu lassen?
Die Kosten hängen davon ab, ob das Verfahren außergerichtlich oder gerichtlich geführt wird. Für die außergerichtliche Vertretung – also die Prüfung der Bewertung, die Formulierung der Rüge und die Korrespondenz mit Kununu – arbeiten spezialisierte Kanzleien in der Regel auf Basis eines Festpreises. Das gibt Ihnen Planungssicherheit und vermeidet unkalkulierbare Abrechnungen nach Stunden.
Im gerichtlichen Verfahren richtet sich die Kostenerstattung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Obsiegen Sie, trägt das unterlegene Portal die gesetzlichen Kosten gemäß § 91 ZPO, zzgl. ges. USt.. Ihre eigene Vergütungsvereinbarung mit der Kanzlei wird individuell getroffen und berücksichtigt den Umfang und die Komplexität des Falls.
Wichtig: Die Investition in rechtliche Schritte gegen eine rufschädigende Bewertung ist eine Investition in Ihr Arbeitgeberimage. Eine einzige negative Bewertung kann dazu führen, dass qualifizierte Bewerber sich gegen Ihr Unternehmen entscheiden. Die Kosten für Recruiting, Personalmarketing und möglicherweise entgangene Geschäftschancen übersteigen die Kosten der rechtlichen Klärung oft um ein Vielfaches.
Wenn Sie prüfen lassen möchten, ob und wie eine Bewertung anwaltlich gelöscht werden kann, bietet sich ein Erstgespräch an, in dem das weitere Vorgehen besprochen wird.
Gilt die Rechtsprechung auch für andere Bewertungsportale?
Ja. Die vom Oberlandesgericht Hamburg bestätigten Maßstäbe gelten portalübergreifend. Sie beruhen auf allgemeinen zivilrechtlichen Grundsätzen – insbesondere auf der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Meinungsfreiheit und zum Schutz vor unwahren Tatsachenbehauptungen. Diese Maßstäbe sind nicht auf Kununu beschränkt, sondern gelten für alle Plattformen, auf denen Nutzer Bewertungen abgeben können.
Das bedeutet: Auch bei Google-Rezensionen, Trustpilot, Glassdoor oder branchenspezifischen Portalen können Sie gegen unwahre oder nicht fundierte Bewertungen vorgehen. Die Argumentation ist dieselbe: Unwahre Tatsachenbehauptungen sind nicht geschützt, und Meinungsäußerungen ohne nachgewiesene Tatsachengrundlage – etwa ohne überprüfbaren Geschäftskontakt – sind ebenfalls unzulässig.
In der Praxis unterscheiden sich die Portale in ihrer Reaktion auf Rügen. Manche löschen Bewertungen schneller, andere sind restriktiver. Die rechtlichen Maßstäbe jedoch sind dieselben, und im gerichtlichen Verfahren müssen sich alle Portale daran messen lassen.
Für Arbeitgeber bedeutet das: Sie sind nicht schutzlos, nur weil eine Bewertung auf einer bestimmten Plattform erscheint. Die Rechtsprechung hat klargestellt, dass Ihr Recht auf Schutz vor Rufschädigung nicht hinter der Anonymität oder der Plattformfreiheit zurücktreten muss.
Wann sollte ich anwaltliche Unterstützung hinzuziehen?
Sobald eine Bewertung konkrete unwahre Tatsachenbehauptungen enthält oder Sie substantiiert darlegen können, dass kein überprüfbarer Geschäftskontakt bestand, ist anwaltliche Unterstützung sinnvoll. Die Formulierung der Rüge ist entscheidend: Sie muss präzise, substantiiert und rechtlich fundiert sein, um Kununu zur Reaktion zu bewegen oder im gerichtlichen Verfahren zu überzeugen.
Spezialisierte Rechtsberatung kennt die aktuelle Rechtsprechung und weiß, welche Argumente bei Gerichten und Portalen verfangen. Sie vermeidet die typischen Fehler, die dazu führen, dass Rügen abgelehnt oder Verfahren verloren werden. Zudem kann sie einschätzen, ob ein außergerichtlicher Weg erfolgversprechend ist oder ob direkt der gerichtliche Weg beschritten werden sollte.
Ein weiterer Vorteil: Anwaltliche Korrespondenz wird von Portalen ernster genommen als Beschwerden von Betroffenen selbst. Kununu weiß, dass hinter einer anwaltlichen Rüge die Bereitschaft steht, notfalls gerichtlich vorzugehen – und dass die Argumentation rechtlich geprüft ist. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Portal die Bewertung freiwillig entfernt.
Schließlich: Anwaltliche Unterstützung gibt Ihnen Sicherheit. Sie müssen sich nicht selbst in die komplexe Materie einarbeiten, keine Fristen überwachen und keine Formulierungen abwägen. Sie können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren, während die rechtliche Klärung professionell vorangetrieben wird.
Wenn Sie eine rufschädigende anonyme Kununu-Bewertung erhalten haben und prüfen möchten, welche Schritte in Ihrem Fall sinnvoll sind, können Sie ein Erstgespräch vereinbaren, in dem wir das weitere Vorgehen besprechen – und prüfen, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.
Wer hilft bei der Löschung negativer Bewertungen?
Bei der Löschung negativer Bewertungen helfen im Wesentlichen drei Wege: die eigene Meldung an das Portal, spezialisierte Löschdienstleister — und die anwaltliche Durchsetzung. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern im Instrument: Meldung und Dienstleister-Modelle setzen auf die Prüfpflicht der Plattform nach Art. 16 DSA, deren Ergebnis häufig nur eine vorübergehende Entfernung ist. Die anwaltliche Durchsetzung zielt auf den Unterlassungsanspruch gegen das Portal — den einzigen Weg, der mit einem vollstreckbaren Titel auch die Wiederkehr der Bewertung erfasst. Diese Seite erklärt sachlich, was welcher Weg leistet.
Welche Anlaufstellen gibt es — und was leisten sie?
- Selbst melden (Portal-Meldeweg): kostenlos, schnell angestoßen — aber rechtlich nur die Prüfpflicht nach Art. 16 DSA. Die Entfernung ist eine vorläufige Maßnahme; der Beitrag kann wieder online gehen. Zudem müssen Plattformen nach Art. 23 Abs. 2 DSA die Bearbeitung aussetzen, wenn jemand häufig offensichtlich unbegründete Meldungen einreicht (nach vorheriger Warnung, für einen angemessenen Zeitraum). Details: Bewertung melden oder anwaltlich beanstanden?
- Löschdienstleister: Solche Angebote übernehmen typischerweise die Formulierung und Einreichung von Beanstandungen beim Portal. Für den ersten Schritt kann das genügen. Entscheidend ist, was bei Bestehenbleiben oder Wiederauftauchen der Bewertung passiert: Vor Gericht dürfen Dritte ein Unternehmen grundsätzlich nur als Rechtsanwälte vertreten (§ 79 Abs. 2 ZPO); vor den Landgerichten — dort werden Bewertungssachen mit einem Streitwert von 10.000 € verhandelt — besteht ohnehin Anwaltszwang (§ 78 Abs. 1 ZPO). Und bereits die juristisch begründete Abmahnung für Dritte ist eine Rechtsdienstleistung, die Nicht-Anwälten regelmäßig nicht erlaubt ist (§§ 1, 3 RDG). In reinen Niedrigpreis-Modellen ist dieser Durchsetzungsschritt wirtschaftlich meist nicht abgebildet.
- Anwaltliche Durchsetzung: Die juristisch begründete Beanstandung, die Abmahnung des Portals und — falls nötig — die einstweilige Verfügung bis zum Unterlassungstitel, der auch kerngleiche Wiederholungen erfasst und nach § 890 ZPO vollstreckbar ist (Ordnungsgeld bis 250.000 € je Verstoß).
Warum ist „Löschung" oft nur Ruhe auf Zeit?
Weil das Wort zwei verschiedene Dinge beschreibt. Was am Markt als „Löschung" angeboten wird, ist rechtlich meist die Entfernung nach einer Meldung — eine Momentaufnahme, die Verfasser oder Portal wieder rückgängig machen können. Die dauerhafte Variante ist die Unterlassung: Ein Titel gegen die Plattform als mittelbare Störerin untersagt die erneute Verbreitung, auch in kerngleicher Form. Wir gehen dabei nicht nur gegen den einzelnen Beitrag vor, sondern nehmen das Portal in die Pflicht. Ausführlich: Unterlassungsanspruch bei Bewertungen — warum Löschen allein nicht reicht.
Dass dieser Weg trägt, zeigt die von SterneAdvo erstrittene Entscheidung des OLG Hamburg (Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24): Portale müssen anonyme Verfasser so individualisieren, dass sich der Geschäftskontakt überprüfen lässt — oder die Bewertung entfernen. Diese Linie wurde in einem parallel geführten Hauptsacheverfahren rechtskräftig bestätigt (LG Hamburg, Urteil vom 07.02.2025, Az. 324 O 315/24; Berufungsrücknahme vor dem OLG Hamburg, Az. 7 U 8/25).
Woran erkennen Sie seriöse Hilfe? Eine Checkliste
- Ehrliche Einzelfallprüfung statt Pauschalversprechen: Niemand kann seriös jede Bewertung „garantiert" entfernen — geprüft wird, ob die konkrete Bewertung rechtswidrig ist.
- Aufklärung über temporär vs. dauerhaft: Wird offen erklärt, dass eine Entfernung nach Meldung wiederkehren kann — und was dann passiert?
- Durchsetzungskompetenz: Schließt das Vorgehen die anwaltliche Durchsetzung ein (Abmahnung, Eilverfahren, Titel, Vollstreckung) — oder endet es bei der Meldung?
- Transparente Konditionen ohne Erfolgshonorar-Anmutung: Rechtsanwälte dürfen grundsätzlich kein Erfolgshonorar vereinbaren (§ 49b Abs. 2 BRAO; eng begrenzte Ausnahmen: § 4a RVG). Zur Kostenlogik: Was kostet es, eine Bewertung löschen zu lassen?
- Beweissicherung von Anfang an: Ohne datierte Screenshots wird der spätere gerichtliche Weg schwerer.
Fazit: Nicht „wer löscht am billigsten", sondern „wer setzt durch"
Die richtige Frage lautet nicht, wer eine Löschung verspricht, sondern wer den dahinterstehenden Anspruch durchsetzen kann, wenn es darauf ankommt. Meldung und Dienstleister-Modelle enden bei der Prüfpflicht des Portals; die anwaltliche Durchsetzung führt bis zum vollstreckbaren Unterlassungstitel. Welche Stufe Ihr Fall braucht, besprechen wir im kostenfreien, unverbindlichen Erstgespräch.
Jetzt kostenfreies Erstgespräch anfordern →
Was kostet es, eine Bewertung löschen zu lassen?
Eine seriöse Zahl gibt es erst nach Sichtung des Falls — bei SterneAdvo beginnt deshalb jedes Mandat mit einem kostenfreien Erstgespräch: Sie erfahren unverbindlich, ob und wie eine Zusammenarbeit in Betracht kommt, und kennen die Konditionen vor der Beauftragung. Als hochspezialisierte Wirtschaftskanzlei rechnen wir unser Honorar üblicherweise auf Zeitbasis ab. Das ist die fairste Vergütung für beide Seiten. Wir bieten aber auch transparente Festpreise pro Bewertung und pro Monat (Festpreise außergerichtlich; sämtliche Preise zzgl. ges. USt.). Die gesetzliche Kostenlogik dahinter ist klar geregelt — und spricht für Sie.
Woraus setzen sich die Kosten zusammen?
- Erstgespräch: kostenfrei — inklusive der offenen Einschätzung, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.
- Außergerichtliche Stufe: Prüfung, Beweissicherung und Abmahnung des Portals — hier gelten unsere transparenten Konditionen (Zeitbasis oder Festpreis).
- Gerichtliche Stufe: einstweilige Verfügung oder Klage. Hier entstehen Gerichtskosten und gesetzliche Anwaltsgebühren aus dem Streitwert — der in Bewertungssachen regelmäßig mit 10.000 € je angegriffener Bewertung angesetzt wird, so auch im Beschluss des OLG Hamburg vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24. Zur Einordnung: Für die anwaltliche Vertretung fällt eine gesetzliche 1,3-Regelgebühr aus diesem Streitwert an.
Wer trägt die Kosten am Ende?
Der gesetzliche Grundsatz des § 91 ZPO: Die unterliegende Partei trägt die Kosten des Rechtsstreits. Obsiegt Ihr Unternehmen, holen Sie sich die gesetzlichen Prozesskosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) vom verbreitenden und gerichtlich unterlegenen Portal zurück. Zwei ehrliche Einschränkungen: Erstattet wird nur bei Obsiegen — und nur in Höhe der gesetzlichen Gebühren, nicht jeder tatsächliche Aufwand. Genau deshalb steht am Anfang die Prüfung, ob sich ein Vorgehen lohnt.
Warum ist der Stückpreis nicht der Maßstab?
Worauf Sie bei der Wahl des Vorgehens achten sollten: Sehr günstige Angebote pro Bewertung decken typischerweise die Meldung ab — den Schritt, der rechtlich nur die Prüfpflicht nach Art. 16 DSA auslöst und häufig nur zu einer vorübergehenden Entfernung führt. Entscheidend ist, was passiert, wenn die Bewertung bestehen bleibt oder wiederkehrt: Abmahnung, Eilverfahren, Unterlassungstitel, Vollstreckung. In reinen Niedrigpreis-Modellen ist dieser Schritt wirtschaftlich meist nicht abgebildet. Wer dauerhafte Ruhe will, sollte auf das Vorgehen achten — nicht auf den Stückpreis. Den Unterschied erklärt Wer hilft bei der Löschung negativer Bewertungen?
Die vollständige Kostenlogik — Streitwert, Gebührensystem und Erstattung — erklärt unsere ausführliche Seite Was kostet das Vorgehen gegen eine Bewertung?
Fazit: Transparenz statt Lockpreis
Was eine Löschung „kostet", hängt vom Einzelfall ab — unseriös ist jede Pauschalzahl vor der Prüfung. Bei SterneAdvo gilt: kostenfreies Erstgespräch, transparente Konditionen vor der Beauftragung (Zeitbasis oder Festpreis, zzgl. ges. USt.) und eine gesetzliche Kostenerstattung, die im Obsiegensfall das Portal trifft. Portal-Details: Google · Kununu · Trustpilot.
Jetzt kostenfreies Erstgespräch anfordern →
Sternebewertung ohne Text: Ist eine Löschung möglich?
Eine einzelne Bewertung mit nur einem Stern und ohne jeden Kommentar wirkt harmlos – und ist doch besonders ärgerlich. Sie zieht den Durchschnitt nach unten, ohne dass ein Wort erklärt, worum es eigentlich geht. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fragen sich deshalb: Kann man eine Sternebewertung ohne Text überhaupt löschen lassen? Die kurze Antwort: Oft ja – aber es kommt auf den Einzelfall an.
Warum eine reine Sternebewertung besonders problematisch ist
Eine Bewertung ohne Text enthält keine nachvollziehbare Begründung. Für Sie als bewertetes Unternehmen ist das ein doppeltes Problem: Der Eintrag schadet Ihrem Schnitt, und gleichzeitig fehlt jeder Anhaltspunkt, um sachlich zu widersprechen. Wer die Bewertung liest, kann nicht erkennen, ob ihr überhaupt eine echte Erfahrung zugrunde liegt.
Genau an diesem Punkt setzt die rechtliche Prüfung an.
Der entscheidende Punkt: Gab es überhaupt einen Geschäftskontakt?
Bewertungsportale leben von der Annahme, dass eine Bewertung eine tatsächliche Erfahrung mit dem Unternehmen widerspiegelt. Fehlt ein solcher Kontakt, entfällt die Grundlage für die Bewertung. Nach der Rechtsprechung setzt eine zulässige Bewertung einen realen geschäftlichen Kontakt voraus – bei einer Sternebewertung ohne Text ist gerade dieser Bezug häufig zweifelhaft.
Das ist der wichtigste Hebel: Nicht der fehlende Text allein macht die Bewertung angreifbar, sondern der Umstand, dass sich hinter einer kommentarlosen Ein-Stern-Wertung oft kein echter Kundenkontakt verbirgt – etwa bei Verwechslungen, bei Bewertungen aus dem Wettbewerb oder bei Frust ehemaliger Mitarbeiter, die nie Kunden waren.
So läuft die Überprüfung ab
Bestreiten Sie den geschäftlichen Kontakt substantiiert, ist die Plattform gehalten, die Bewertung zu prüfen. Der übliche Ablauf:
- Beanstandung: Die Bewertung wird beim Portal beanstandet, verbunden mit der Rüge, dass ein realer Kontakt nicht erkennbar ist.
- Nachweisaufforderung: Der Betreiber fordert den Verfasser auf, den Kontakt plausibel zu machen.
- Löschung: Bleibt ein nachvollziehbarer Nachweis aus, ist die Bewertung zu entfernen.
Weil der Verfasser bei einer kommentarlosen Bewertung selten belegen kann oder will, dass er tatsächlich Kunde war, führt dieser Weg in vielen Fällen zum Erfolg.
Gestützt wird dieser Ansatz durch die Klarnamenrechtsprechung, die Rechtsanwalt Jan Meyer (SterneAdvo) vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht erwirkt hat (Beschluss vom 8. Februar 2024, Az. 7 W 11/24). Rügt das bewertete Unternehmen, dass kein tatsächlicher Geschäftskontakt vorliegt, muss das Portal den Verfasser so individualisieren, dass sich der Kontakt überprüfen lässt – oder die Bewertung entfernen. Rechtsgrundlage ist der Unterlassungsanspruch aus § 1004 Abs. 1 BGB analog in Verbindung mit § 823 Abs. 1 BGB, nicht das Datenschutzrecht (TDDDG). Gerade bei einer reinen Sternebewertung ohne Kontext ist das ein starker Hebel.
Was Sie selbst beachten sollten
- Nicht öffentlich streiten: Antworten Sie nicht impulsiv auf die Bewertung und kontaktieren Sie den Verfasser nicht direkt – das erschwert das spätere Vorgehen.
- Beweise sichern: Halten Sie die Bewertung mit Datum und Screenshot fest, bevor sich etwas ändert.
- Zusammenhänge dokumentieren: Notieren Sie, warum ein echter Kundenkontakt unwahrscheinlich ist (z. B. kein passender Vorgang, auffälliges Timing, Häufung nach einem Konflikt).
Häufige Fragen
Ist eine Sternebewertung ohne Text automatisch löschbar?
Nein. Auch eine kommentarlose Bewertung kann eine zulässige Meinung eines echten Kunden sein. Angreifbar wird sie vor allem dann, wenn ein realer Geschäftskontakt nicht erkennbar ist.
Muss ich beweisen, dass die Person kein Kunde war?
Sie müssen den Kontakt substantiiert bestreiten. Anschließend liegt es am Verfasser, den Kontakt plausibel zu machen – gelingt das nicht, ist die Bewertung zu löschen.
Gilt das nur für Google?
Nein. Das Prinzip gilt plattformübergreifend – etwa auch bei Kununu, Trustpilot oder Google –, weil überall ein echter Bezug zur bewerteten Leistung vorausgesetzt wird.
Kosten: Wir arbeiten auf Selbstzahlerbasis
Selbstzahlerbasis statt Rechtsschutzversicherung: Wir bearbeiten bewusst keine Rechtsschutzversicherungsmandate (Deckung wird oft abgelehnt, der Streitwert im Nachgang gedrückt, der Aufwand übersteigt den Ertrag) – die Anwalts- und Gerichtskosten nach RVG trägt am Ende das unterliegende Bewertungsportal.
Der Klarnamen-Beschluss