Eine gekaufte oder gefälschte Bewertung ist eine Rezension, die nicht auf einer echten geschäftlichen oder beruflichen Erfahrung beruht, sondern gegen Entgelt, im Auftrag oder frei erfunden abgegeben wird. Sie täuscht Leser über die Existenz eines tatsächlichen Kunden- oder Beschäftigungsverhältnisses und ist wettbewerbs- und äußerungsrechtlich unzulässig.
Gekaufte oder gefälschte Bewertungen geben vor, die Erfahrung eines echten Kunden, Bewerbers oder Mitarbeiters wiederzugeben, obwohl der zugrunde liegende Kontakt nie stattgefunden hat. Fehlt der reale Bezug, liegt keine geschützte Meinungsäußerung vor, sondern eine unwahre Tatsachenbehauptung über das Bestehen einer Geschäftsbeziehung. Solche Bewertungen kann das betroffene Unternehmen beanstanden und ihre Entfernung sowie Unterlassung geltend machen und – wenn nötig – gerichtlich, notfalls im Eilverfahren, durchsetzen.
Woran erkennt man eine gekaufte Bewertung?
Anhaltspunkte sind ein fehlender oder nicht zuordenbarer Geschäftskontakt, auffällig gleichförmige Textmuster, Bewertungswellen innerhalb kurzer Zeit, Profile ohne Historie sowie inhaltliche Angaben, die zu keinem realen Vorgang passen. Kein einzelnes Merkmal beweist eine Fälschung, doch in der Gesamtschau tragen sie die Beanstandung. Entscheidend ist regelmäßig, dass sich kein echter Vorgang zuordnen lässt und der Verfasser einen Kontakt schildert, den es nie gab.
Ist eine gekaufte Bewertung rechtswidrig?
Ja. Wer eine Erfahrung vortäuscht, die nicht existiert, verlässt den Schutzbereich der Meinungsfreiheit, denn dieser deckt Werturteile, nicht aber erfundene Tatsachen. Zugleich kann ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorliegen, wenn die Bewertung geschäftlich veranlasst ist. Für betroffene Unternehmen entsteht ein Löschungsanspruch gegenüber dem Portal und gegen den Verfasser ein Unterlassungsanspruch.
Was können Unternehmen gegen gekaufte Bewertungen tun?
Der erste Schritt ist die dokumentierte Beanstandung beim Portal, das als mittelbare Störerin und Verbreiterin zur Prüfung verpflichtet ist. Bleibt die Rezension bestehen, lassen sich Löschung und Unterlassung anwaltlich weiterverfolgen und im Bedarfsfall gerichtlich durchsetzen. Die Herausgabe von Bestandsdaten zur Verfasserermittlung richtet sich nach dem TDDDG, nicht nach dem Urheberrecht.
Der Klarnamen-Beschluss