Eine bezahlte Bewertung ist eine Rezension, fuer deren Abgabe der Bewertende eine Gegenleistung erhalten hat, ohne dass dieser kommerzielle Hintergrund offengelegt wird. Das Verschweigen des kommerziellen Zwecks ist nach dem UWG eine unzulaessige, irrefuehrende geschaeftliche Handlung.
Bezahlte Bewertung beschreibt Rezensionen, die gegen Geld, Rabatte oder sonstige Vorteile abgegeben und als scheinbar unabhaengige Kundenmeinung dargestellt werden. Nach dem UWG muss der kommerzielle Zweck einer geschaeftlichen Handlung erkennbar sein. Wird eine erkaufte Empfehlung als neutrales Nutzerurteil ausgegeben, liegt Schleichwerbung vor.
Sind bezahlte Bewertungen generell verboten?
Nicht die Gegenleistung als solche, sondern das Verschweigen des kommerziellen Hintergrunds ist der Verstoss. Wird der bezahlte Charakter klar und unmissverstaendlich gekennzeichnet, kann eine solche Aeusserung zulaessig sein. Ohne Kennzeichnung liegt eine irrefuehrende Unterlassung vor. Von der bezahlten Positivbewertung zu unterscheiden ist die Konkurrenzbewertung, die von einem Mitbewerber stammt.
Was ist Astroturfing?
Astroturfing bezeichnet das systematische Erzeugen scheinbar unabhaengiger Meinungen, etwa durch gekaufte oder fingierte Bewertungen in groesserem Umfang. Es verzerrt das Gesamtbild eines Anbieters und ist als irrefuehrende geschaeftliche Handlung wettbewerbswidrig. Betroffen sind sowohl geschoente eigene Profile als auch herabsetzende Kampagnen gegen Dritte.
Welche Ansprueche bestehen bei bezahlten Bewertungen?
In Betracht kommen wettbewerbsrechtliche Unterlassungs- und Beseitigungsansprueche sowie, bei Herabsetzung eines konkreten Unternehmens, persoenlichkeitsrechtliche Ansprueche. Der Betroffene kann Unterlassung geltend machen und – wenn noetig – gerichtlich, notfalls im Eilverfahren, durchsetzen. Gegenueber dem Portal ist die fehlende Kennzeichnung ein Ansatzpunkt fuer die Entfernung.
Konkreter Anlass? Google-Bewertung loeschen lassen – anwaltliche Durchsetzung Ihres Anspruchs.
Der Klarnamen-Beschluss