Berufsbezeichnung: Rechtsanwalt  ·  Zuständige Kammer: Rechtsanwaltskammer Düsseldorf
OLG-Hamburg-Kanzlei – Klarnamen-Beschluss erstritten (Az. 7 W 11/24) ✦ AKTUELL: kununu verliert Prozess in der Hauptsache Von SterneAdvo erstritten: OLG Hamburg 7 U 8/25 unanfechtbar · LG Hamburg 324 O 315/24 rechtskräftig Zur Entscheidung
Rechtslexikon

Was ist Verleumdung?

Kurzdefinition

Verleumdung nach § 187 StGB ist das Behaupten oder Verbreiten einer unwahren, ehrenrührigen Tatsache über einen anderen wider besseres Wissen. Der Täter weiß hier positiv, dass seine Behauptung falsch ist. Wegen dieses bewussten Handelns ist die Verleumdung mit einem strengeren Strafrahmen bedroht als die üble Nachrede, bei der bloße Nichterweislichkeit genügt.

Was bedeutet Verleumdung im Bewertungsrecht?

Die Verleumdung ist die schwerste Form der ehrverletzenden Tatsachenbehauptung. Nach § 187 StGB macht sich strafbar, wer über einen anderen eine unwahre, ehrenrührige Tatsachenbehauptung aufstellt oder verbreitet und dabei weiß, dass sie falsch ist. Es geht also nicht um einen ehrlichen Irrtum, sondern um die bewusste Unwahrheit.

Für Unternehmen sind das die belastendsten Fälle: die frei erfundene Behauptung eines Betrugs, einer nie erbrachten Leistung oder eines Vorfalls, den es nie gegeben hat – gestreut über eine öffentlich sichtbare Bewertung. Weil hier bewusst getäuscht wird, wertet das Gesetz die Verleumdung strenger als die üble Nachrede.

Verleumdung vs. üble Nachrede — der Unterschied

Der entscheidende Unterschied liegt im Wissen des Täters. Die üble Nachrede nach § 186 StGB greift schon, wenn sich die Wahrheit einer belastenden Tatsache nicht erweisen lässt – unabhängig davon, was der Verfasser glaubte. Die Verleumdung verlangt darüber hinaus, dass er die Unwahrheit positiv kennt und wider besseres Wissen handelt.

Dieses zusätzliche Merkmal ist zugleich die praktische Hürde: Der wissentlich falsche Charakter muss dargelegt werden. Gerade bei erkennbar frei erfundenen Behauptungen – etwa zu einem Geschäftskontakt, den es nachweislich nie gab – kann sich dieser Vorsatz aus den Umständen ergeben.

Wann liegt Verleumdung vor?

Erforderlich ist eine unwahre, ehrenrührige Tatsachenbehauptung – kein bloßes Werturteil –, geäußert gegenüber Dritten, und das Wissen des Täters um die Unwahrheit. Die Verleumdung ist ein Antragsdelikt; die Strafverfolgung setzt nach § 194 StGB regelmäßig einen Strafantrag des Verletzten voraus.

In vielen Fällen lässt sich der Weg über die Verleumdung mit dem zivilrechtlichen Vorgehen verbinden. Für die Entfernung der Bewertung und den Schutz vor Wiederholung kommt es allerdings nicht auf den strafrechtlichen Vorsatznachweis an – zivilrechtlich genügt bereits die Unwahrheit der Tatsachenbehauptung.

Was können betroffene Unternehmen tun?

Am Anfang steht die Beweissicherung und die nüchterne Einordnung, ob eine wissentlich unwahre Tatsache behauptet wird. Der strafrechtliche Weg über § 187 StGB und der zivilrechtliche Weg stehen nebeneinander; für die dauerhafte Entfernung ist der zivilrechtliche Weg meist der direktere.

Zivilrechtlich kommt ein Unterlassungsanspruch gegen den Verfasser und – über die Störerhaftung – gegen das Portal in Betracht. Ziel ist eine titulierte Unterlassung, die auch kerngleiche Neuveröffentlichungen erfasst, statt einer bloß vorübergehenden Deaktivierung.

Konkreter Anlass? falsche Google-Bewertung löschen lassen – anwaltliche Durchsetzung Ihres Anspruchs.

Rechtsanwalt Jan Meyer
Rechtsanwalt Jan Meyer Geschäftsführer · SterneAdvo Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Reputations- und Bewertungsrecht. Prüft Ihren Fall persönlich und sagt Ihnen ehrlich, was sich durchsetzen lässt.

Mehr über Jan Meyer →
Bekannt aus
WDRRTLLegal Tribune OnlinebeckVDI-NachrichtenPersonalwirtschaft

Häufige Fragen

Was unterscheidet Verleumdung von übler Nachrede?

Die Verleumdung (§ 187 StGB) verlangt, dass der Täter die Unwahrheit der ehrenrührigen Tatsache kennt und wider besseres Wissen handelt. Bei der üblen Nachrede (§ 186 StGB) genügt bereits, dass sich die Wahrheit der Behauptung nicht erweisen lässt.

Muss ich Strafanzeige stellen, um eine verleumderische Bewertung zu entfernen?

Nicht zwingend. Der strafrechtliche und der zivilrechtliche Weg bestehen nebeneinander. Für die Entfernung und den Schutz vor Wiederholung kommt es zivilrechtlich bereits auf die Unwahrheit der Tatsachenbehauptung an, nicht auf den strafrechtlichen Vorsatznachweis.

Zählt eine überspitzte negative Meinung als Verleumdung?

Nein. § 187 StGB erfasst nur unwahre Tatsachenbehauptungen, nicht Werturteile. Eine scharfe Meinung bleibt Meinungsäußerung. Erst die bewusst falsche Behauptung eines konkreten, überprüfbaren Vorgangs kann eine Verleumdung sein.

Betrifft Sie das gerade?

Schildern Sie Ihren Fall – kostenfrei und unverbindlich. Wir prüfen, ob eine Zusammenarbeit in Betracht kommt.

Kostenloses Erstgespräch

Kostenfreies Erstgespräch anfordern

Mit dem Absenden verarbeiten wir Ihre Kontaktdaten zur Bearbeitung Ihrer Anfrage (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Details in der Datenschutzerklärung.

Kostenfrei & unverbindlich Erstgespräch sichern
★★★★★ Sehr gut bei · 4,97/5 · 77* Bewertungen · 100 % Empfehlungen Gesetzlicher Hinweis gem. § 5b Abs. 3 UWG: Bewertungen bei ProvenExpert wurden nicht auf Echtheit überprüft.