Eine Kununu-Bewertung ist die anonyme Beurteilung eines Unternehmens als Arbeitgeber auf dem Portal kununu durch aktuelle oder ehemalige Beschäftigte oder Bewerber. Bewertet werden Kategorien wie Führung, Gehalt oder Arbeitsatmosphäre. Zulässig sind Werturteile und wahre Angaben; unzulässig sind unwahre Tatsachenbehauptungen und Bewertungen ohne tatsächlichen Beschäftigungsbezug, die einen Unterlassungsanspruch begründen können.
Was ist eine Kununu-Bewertung?
kununu ist eines der bekanntesten Arbeitgeber-Bewertungsportale im deutschsprachigen Raum. Beschäftigte, Ehemalige und Bewerber bewerten dort ein Unternehmen anonym in verschiedenen Kategorien – von der Führungskultur über das Gehalt bis zur Arbeitsatmosphäre. Für Arbeitgeber ist das Profil ein zentraler Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte; eine einzelne unfaire Bewertung kann sich spürbar auf die Personalsuche auswirken.
Rechtlich ist eine Kununu-Bewertung ein Sonderfall der Arbeitgeberbewertung. Es gelten dieselben Maßstäbe wie bei jedem Bewertungsportal: Eine sachliche Meinung ist geschützt, eine unwahre Tatsachenbehauptung nicht.
Wann ist eine Kununu-Bewertung rechtswidrig?
Angreifbar wird eine Kununu-Bewertung bei einer unwahren Tatsachenbehauptung, bei Schmähkritik oder Beleidigung – und besonders praxisrelevant, wenn ihr kein tatsächlicher Beschäftigungsbezug zugrunde liegt.
Weil Kununu-Bewertungen anonym abgegeben werden, ist gerade der letzte Punkt ein starker Hebel. Rügt der Arbeitgeber substantiiert, dass hinter einer Bewertung kein reales Arbeitsverhältnis oder kein echter Bewerbungskontakt steht, muss das Portal den Bezug so konkretisieren, dass er überprüfbar wird – oder die Bewertung entfernen. Das Portal schuldet entweder die überprüfbare Konkretisierung oder die Löschung, nicht beides zugleich; siehe kein Geschäftskontakt.
Melden oder Unterlassung — was hält dauerhaft?
Wird eine Kununu-Bewertung nur gemeldet, führt das häufig lediglich zu einer vorübergehenden Deaktivierung – die Bewertung kann wieder erscheinen. Auf anonyme Löschversuche reagieren Verfasser zudem gelegentlich mit einer neuen, schärferen Bewertung. Die Belastung ist damit nicht wirklich beseitigt.
Dauerhaft bindend wird das Portal erst über einen durchgesetzten Unterlassungsanspruch gegen kununu als mittelbare Störerin. Dieser erfasst auch kerngleiche Wiederholungen und ist mit Ordnungsmitteln bewehrt.
Was können Arbeitgeber tun?
Zuerst die Bewertung sichern und einordnen: geschützte Meinung, unwahre Tatsachenbehauptung oder fehlender Beschäftigungsbezug? Diese Weichenstellung entscheidet über die Erfolgsaussichten. Eine substantiierte, konkrete Rüge ist dabei wirksamer als eine pauschale Beschwerde.
Reagiert das Portal nicht ausreichend, kommt ein Unterlassungsanspruch in Betracht, der regelmäßig gerichtlich durchgesetzt wird. Ziel ist die dauerhafte Unterlassung, nicht die kurzfristige Entfernung.
Konkreter Anlass? unzulässige Kununu-Bewertung löschen lassen – anwaltliche Durchsetzung Ihres Anspruchs.
Der Klarnamen-Beschluss